Kürzlich wurde ich von einer Schülerin gefragt, was die Zahl 6 als Monatszahl bedeute.
Ich sagte: “Keine Ahnung, kommt auf den Kontext deines Lebens an.”
In der sich daraus ergebenden Beratung wurde deutlich, dass ihr in der Vergangenheit vermittelt wurde, dass “eine 6 im Karma” anscheinend eine knifflige Sache sei. Sie klang dabei so, als stünde ein apokalyptisches Untergangsszenario unmittelbar bevor.
Da die Aussage bereits in der Vergangenheit lag und die Dame quietschfidel vor mir saß, hatte sich die negative Prophezeiung offensichtlich nicht bewahrheitet. Diese verkürzte Darstellung ihrer Monatszahl hatte jedoch Wirkung gezeigt:
Sind wir uns eigentlich bewusst, was für eine Verantwortung wir als Yoga Lehrende tragen!?
Das jedes gesprochene Worte “Pavan Guru” ist – eine unauslöschbare Frequenz, eine unzerstörbare Energie?
Oder:

“Was immer du sagst wird auf ewig existieren. Und du musst damit leben. Achte also darauf, dass du dich nicht durch den Schlamm deiner eigenen Kommunikation quälen musst.”
(Yogi Bhajan im Stufe 2-Ausbildungsbuch zum Modul Bewusste Kommunikation).

Karam Kriya Beratungen sind keine Wahrsagerei.
Ich kann nicht sagen, was für ein Leben jemand hatte oder haben wird, wenn ich das Geburtsdatum kenne (dafür dann bitte zu ner Reinkarnationssession, Rückführung oder Zukunftsarbeit kommen, dann weiß man wer man war oder werden kann).
Die Begrifflichkeit “Karmazahl” ist eine unglückliche Verkürzung, die das grundlegende Verständnis von Karam Kriya zu stark vereinfacht:
Jede Zahl hat eine Licht- und eine Schattenseite, eine dharmische und eine karmische Qualität; ganz egal an welcher Stelle des Geburtsdatums sie auftaucht.
Die Monatszahl beschreibt Qualitäten, die eine karmische Struktur erschaffen können:
– Konstrukte und Konstruktionen (mental und physisch) = der physische und mentale Raum, in dem wir leben
– Strategien, Schemata und Strukturen
– das Vehikel, das uns auf unserer Reise von A nach B bringt
(Tendenz der Über-Identifizierung mit dem Fahrzeug, so dass man das Ziel der Reise aus den Augen verliert)
– Maske, Dekoration, Mantel (sozialer Status, nach außen präsentierte Persönlichkeit; Selbstbild, Projektion) = die Manifestation unseres Egos
Allgemeiner definiert wird Karma durch unsere Gedanken- und Handlungsgewohnheiten geschaffen, unsere Reaktionen auf die Welt. Wir etablieren einen sozialen Charakter, den wir als Ergebnis vergangener Handlungen kultivieren.
Karma ist also die Struktur und das Verhalten unserer begrenzten Identität.
Die Zahl an dieser Stelle ist folglich ein Hinweis bezüglich der Qualität des Karmas und der Gesetze, die die Erfahrung des Karmas leiten, insbesondere bezüglich Verteidigungsmustern und der Art, wie wir unser Selbst einkerkern.
Die Assoziation mit Gewohnheit, Reaktion und Handlung lädt zu einer ausschließlichen Verortung in der 3/7 ein – doch ebenso unsere Impulse und unsere Energie können uns als die antreibenden Kräfte der Handlungen Karma erzeugen lassen, so dass eine differenzierte Betrachtung zielführender ist.
SK

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